Geschichte

  1. Geschichte der Schrebergärten im Allgemeinen
  2. Entstehung der Schrebergartenanlage Ebelsberg
  3. Das Vereinsheim
  4. Chronologie 1910 – 2020

Geschichte der Schrebergärten im Allgemeinen

Etwa um die Mitte des 19. Jahrhunderts (1830/1860) wurde von Dr. Schreber, einem deutschen Arzt, der Grundgedanke zur Schaffung von Kleingärten ver­wirklicht, die anfangs als sogenannte Armengärten die Vorläufer der späteren Schrebergärten bildeten. Bereits 1870 entstand der erste nach ihm benannte Schreber-Verein, und schon um die Jahrhundertwende erwuchsen aus den Rei­hen der Kleingärtner auch entsprechende Schutzorganisationen.

Im Jahr 1910 konnte auch in Österreich die Kleingartenbewegung Fuß fassen und schon ein Jahr später, also 1911, lassen sich die ersten Schrebergärten in Linz nachweisen. 1921 erfolgte die Bildung von Kleingartenvereinen, und um anstehende wirtschaftliche und rechtliche Probleme innerhalb einer organi­sierten Gemeinschaft besser vertreten und bewältigen zu können, wurde be­reits 1923 die OÖ. Arbeitsgemeinschaft der Kleingärtner gegründet, aus wel­cher später der Landesverband der Kleingärtner für Oberösterreich hervor­ging.
Die ursprüngliche Bedeutung der Kleingärten war eine rein wirtschaftliche. Gemüse, Obst und Blumen wurden gepflanzt. Die Gartenhütten dienten mit­unter als Ersatzwohnungen für teilweise kaum erträgliche Wohnungsverhält­nisse in den Städten.

Heute bieten unsere Gärten den Ersatz für eine gartenlose Wohnung, viele Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung in der Gemeinschaft von Gleichgesinn­ten, und schließlich haben sie eine bedeutende ökologische Funktion.

Entstehung der Schrebergartenanlage Ebelsberg

Der erste Weltkrieg war zu Ende gegangen. Die Not in Rest-Österreich war groß und jeder Ort, auch die damalige Marktgemeinde Ebelsberg, war auf ei­gene Versorgung angewiesen. Die Gemeinde wurde damals von einer Markt­kommune und einem Soldatenrat verwaltet. Beide versuchten, bei den Land­wirten Gründe zur Anlage von Schrebergärten zu bekommen, um der Bevöl­kerung eine teilweise Selbstversorgung zu sichern.
Dem Besitzer der Herrschaft Ebelsberg, Mi­chael Freiherr Kast von Ebelsberg, drohte zu dieser Zeit eine teilweise Enteignung seiner Gründe, es sollten alle westlich der Florianer­straße gelegenen Grundstücke an Bauern abge­treten werden.
In dieser Situation, 1920, kam es zu Verhand­lungen zwischen der Marktvertretung (unter Mitwirkung der Herren Umdasch, Schubert und Frhr. Kast).
Die Marktvertretung setzte sich mit allen Mit­teln für Frhr. Kast ein, um eine Teilung seines Besitzes zu verhindern. Frhr. Kast wiederum versprach, die Bevölkerung von Ebelsberg mit lebensnotwendigen Gütern zu versorgen (Kar­toffeln, Getreide, Fleisch, Holz uvm.) und stell­te auch Gründe im Ausmaß von 55.723 m2 zur Anlage von 200 Gärten zur Verfügung, vorerst von Ebelsberg vertrags- und kostenlos! Bedienstete der Herrschaft Ebelsberg mussten jedoch bevorzugt mit Gartengrund berücksichtigt werden. Am 19. Oktober 1922 wurde schließlich zwi­schen der Herr­schaft Ebelsberg und der Marktge­meinde Ebelsberg ein Übereinkom­men abgeschlos­sen. Dieses wurde zwar bis 31. De­zember 1925 be­fristet ausge­schrieben, jedoch nie gekündigt.

Michael Freiherr Kast

Michael Umdasch

Josef Schubert

Das Vereinsheim

konnte 1994 unter großem finanziellen, körperlichen und materiellen Einsatz unserer Mitglieder unter Obmann Otto Rudzik sowie vieler Sponsoren und Gönner verwirklicht werden. Besonders die finanzielle Seite mit namhaften Subventionen von Stadt und Land, aber auch drei jährlichen Bausteinen aller Mitglieder zu je ATS 1000,– sei nochmals hervorgehoben und dankend erwähnt.
Zur Erinnerung soll noch einmal darauf hingewiesen werden, dass das Vereinsgeschehen bis 1989, also volle 35 Jahre hindurch, durch damaligen Ehrenobmann, Herrn Rudolf Stockhammer, mit nur geringem Wechsel in den jeweiligen Ausschüssen, kontinuierlich und freund­schaftlich geleitet wurde.
Die folgenden, also hier beschriebenen, zehn – turbulenteren – Jahre mit sehr vielen Neuerungen, sahen dann aber bereits drei Obmänner mit entsprechend grö­ßerer Fluktuation in den Ausschüssen.

Max Graf – ab 1989
der jedenfalls die 70-Jahrfeier bravourös über die Bühne brachte.

Otto Rudzik – ab 1992
unter dessen Führung das Vereinsheim errichtet wurde

Alfred Putzgruber – ab 1999
der überraschend die Geschäfte der Leitung zu übernehmen hatte

Chronologie 1910 – 2020

ab 1910 konnte auch in Österreich die Kleingartenbewegung Fuß fassen. Bereits ab 1911 lassen sich die ersten Schrebergärten in Linz nachweisen.
1921 erfolgte die Bildung von Kleingartenvereinen und bereits
1923 die OÖ Arbeitsgemeinschaft der Kleingärtner
(später Landesverband der Kleingärtner).

1920 Verhandlungen zwischen Michael Freiherr Kast von Ebelsberg und der Gemeindevorstehung Ebelsberg um eine Teilung seines Besitzes abzuwenden. Freiherr Kast von Ebelsberg stellte daraufhin ein Grundstück im Ausmaß von 55.723 m², für die Errichtung von 200 Gärten, zur Verfügung.

1922 wurde eine Übereinkunft zwischen der Herrschaft Ebelsberg und der Gemeindevorstehung Ebelsberg abgeschlossen.

1923 wurden durch die Gemeindevorstehung Ebelsberg Bedingungen für die Benützung der Gemeinde-Schrebergärten in Ebelsberg herausgegen. Geregelt wurde unter anderem das halbjährlich gekündigt werden kann; die Errichtung von kleinen Hütten; das Eingraben von Wasserfässern; der Zugang und die Zufuhr zu den einzelnen Gärten; als auch die Errichtung eines Ausschusses der Zugleich Schiedsgericht für Streitigkeiten der Gartenbenützer untereinander ist.

1938 mit dem Spatenstich am 7. April

1938 verlor die Gartengemeinschaft für den Bau der Reichsautobahn wieder 21.774 m². Die Autobahn wurde erst zw. 1961 und 1963 fertiggestellt.

1945 nach Beendigung der Systemzeit und NS – Zeit musste wieder ein neuer Ausschuss gewählt werden.

1954 übernahm Rudolf Stockhammer, die Funktion als Obmann der Gartengemeinschaft.

1969 ging durch den Straßenbau und durch die Errichtung einer Kanalisation die lebensnotwendige Wasserrinne von der Auinger-Lacke bzw. Gamper-Lacke verloren. Wodurch die Gartengemeinschaft gezwungen wurde, die Anlage durch viele Arbeitsstunden an das örtliche Wassernetz anzuschließen. So wurde die Wasserleitung bis in jeden Garten verlegt. Durch die gesicherte Wasserversorgung wuchs auch das Interesse an den Schrebergärten enorm.

1970 erfolgte die Bildung eines ordentlichen Ausschusses. In der Zusammensetzung die bis heute 50 Jahre später gleich geblieben ist Zum
Obmann wurde Rudolf Stockhammer gewählt.

1971 wurde vom Ausschuss die erste „gesetzmäßige“ Gartenordnung verfasst.

1978 erfolgte eine Begehung mit dem neuen Grundbesitzer Baron Llewellyn Kast von Ebelsberg. Dabei wurde von Baron Karst ein neues Pachtübereinkommen (kein Vertrag!) in Aussicht gestellt. Ein Grund für den Verkauf der Liegenschaft bestand zu diesem Zeitpunkt für Baron Karst keinesfalls.

1980 wurde bereits über Grundverkäufe aus den Kast`schen Besitzungen spekuliert. Seitens der Gartengemeinschaft wurde eine Unterschriftenaktion gegen diesen Grundverkauf gestartet, welche von allen Mitgliedern getragen wurde. Baron Kast erklärte sich schließlich bereit, zwischen Ziegelhubweg und Autobahn, ein Ersatzgrundstück zur Verfügung zu stellen. Im selben Jahr wurden die Restparzellen (Altanlage), die verbleibenden Gartenparzellen (südlich Ziegelhubweg) und das Ersatzgrundstück, von der Stadt Linz angekauft. Somit war der Weiterbestand der Dauer-Kleingartenanlage Ebelsberg gesichert. Auch wurde in der Jahreshauptversammlung der Beschluss gefasst, die bestehende Schrebergartengemeinschaft in einen Verein umzuwandeln. Ab diesem Zeitpunkt lautet die offizielle Bezeichnung „Verein Schrebergartengemeinschaft Ebelsberg“

In diesem Jahr trat der Verein wegen ansteigender Probleme mit Behörden und Wohnbauträgern dem Landes- und Zentralverband der Kleingärtner bei. Um die Umsiedelung der Gärten aus der Altanlage in die neue Fläche zw. Autobahn und Ziegelhubweg voranzutreiben.

1982 musste mit den Aufschließungsarbeiten und der Parzellierung der neuen Gärten nach umfangreichen Planungsarbeiten durch den damaligen Obmann/Obmannstv. noch im Herbst begonnen werden.

1983 Übersiedlung in die Neuanlage. Nach Mühe, Ausdauer und Liebe zur Gartengestaltung sah man, wie sich aus einem Ackerland, eine Gartenanlage entwickelte.

1985 wurde am Parkplatz der Neuanlage die Vereinsfahne eingeweiht. Weiters wurde in diesem Jahr die Versorgung der Neuanlage mit elektrischem Strom vorgenommen. Die verbleibende Altanlage erhielt 3 Jahre später die Stromversorgung.

1988 Ankauf einer Grundfläche von 1.928 m² im Anschluss an das sogenannte Baumgartnerlandl durch die Stadt Linz und Übernahme in das Pachtverhältnis.

1989 erfolgte nach 35jähriger Obmann-Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen die Übergabe an den neugewählten Obmann Max Graf.

1991 Fertigstellung der Erweiterung Anlage Baumgartnerlandl um 7 Gärten.

1993 unter Obmann Otto Rudzik, Baubeginn der Anlage Sennweg (vormals Lenkstraße). Kanalisierung und Anschluss an das öffentliche Kanalnetz, der
Anlage Ziegelhubweg und Teile der Altanlage, die nicht von der Absiedlung
betroffen waren.

1994 Errichtung und Fertigstellung des Vereinsheimes. Fertigstellung der Anlage Sennweg.

1995 Einzäunung Anlage Sennweg, Schaffung der Parkplätze innerhalb der Anlage

1998 aufgrund der Neutrassierung des Ziegelhubweges, mussten die nördlich der Trassenführung gelegenen Gärten bis Ende des Jahres aufgelöst werden und alle Baulichkeiten und größere Gewächse für eine Erweiterung der WSG Wohnanlage entfernt werden.

1999/2000 unter Obmann Alfred Putzgruber, konnte eine Ausstattung aller Gärten mit Wasseruhren herbeigeführt werden, womit eine verbrauchsabhängige Abrechnung gewährleistet ist.

2001 Einbau eines elektrischen Einfahrtstores Anlage Sennweg.

2004 unter dem neuem Obmann Franz Reichl, wurden die Asphaltierung des Vereinsheims-Vorplatzes, die Anlageneinzäunung und die Montage eines elektrischen Tores, sowie die Sanierung des Parkplatzes Ziegelhubwegs vorgenommen.

2005 erfolgte die Herstellung einer Dachboden- und westseitigen
Fassadenisolierung am Vereinsheim.

2006 Erneuerung der gesamten Elektroinstallation im Vereinsheim.

2007 wurden die Gerätehütten und Terrassen der kompletten Anlage Ziegelhubweg, dem Bauamt gemeldet und es erfolgte die Genehmigung.
Gegenüber dem Einfahrtstor Ziegelhubweg, wurde ein Verkehrsspiegel genehmigt. Nach zähen Verhandlungen durch Obmann Reichl, mit der Linz
AG und Baron Kast, erfolgte die Verlegung des Grüncontainers auf den jetzigen Standort. Verlegung von Waschbetonplatten auf den Gehwegen der Anlage Sennweg.

2009 Erneuerung Schankanlage im Barbereich des Vereinshauses.

2011 Pflanzung einer neuen Lebendhecke entlang Ziegelhubweg. Beginn der Plattenverlegung auf Gehwegen Ziegelhubweg.

2012 konnte die Asphaltierung des Parkplatz Sennweg realisiert werden.

2013 übernahm Ing. Horst Kopp die Obmanns-Tätigkeit.

2014 Erneuerung des Innenanstrichs im Vereinsheim, Errichtung von 3 neuen Absperrmöglichkeiten an der Wasserversorgung in der Neuanlage.

2015 Fertigstellung der Plattenverlegung in den Gehwegen der Neuanlage.

2016 Verlegung einer neuen Entwässerungsrinne entlang des alten Ziegelhubweges im Bereich der Auingergärten.

2017 auf Intervention des Obmannes Ing. Kopp bei der Stadt Linz und der Linz AG, wurde der völlig verwilderte und zugewachsene Autobahn Entwässerungskanal entlang der Anlage Sennweg frei gelegt und von nun ab regelmäßig durch die Linz AG in Stand gehalten. Eine Überflutung der Sennweg Parzellen sollte damit verhindert werden.

2018 Erneuerung des Außenanstrichs und Instandsetzung des Vereinswappens an der Außenfassade Vereinsheims. Erstellung des Datenschutzkonzeptes für den Verein Schrebergartengemeinschaft Ebelsberg gemäß Datenschutzgrundverordnung.

2019 Überprüfung und Nichtuntersagung der nicht bewilligten
Zubauten, Gerätehütten und sonstiger Vordächer bei den Gartenhütten in der
Anlage Sennweg durch die Baubehörde. Zählerkästen renovieren und neu
lackieren in der gesamten Anlage. Plattenverlegung auf Gehwegen der
Altanlage.

2020 Verkehrspolizeiliche Legalisierung der bis dato geduldeten
Parkplätze entlang Ziegelhubweg, mit kommissioneller Festlegung durch
Vertreterinnen und Vertreter der Polizei, des Landesverbands der
Kleingärtner, der Bezirksverwaltung und dem Gebäudemanagement der Stadt
Linz unter der Leitung des Obmannes Ing. Kopp. Die Parkfläche ist nunmehr
gekennzeichnet und somit gemäß der Straßenverkehrsordnung legalisiert als
Privatgrund. Damit verbunden, wurden die alten Hecken, entlang der
Stellflächen bis zum Außenzaun der Anlage, von den angrenzenden
Gartenpächtern zurückgeschnitten. Abschließend der ziemlich beschädigte
Außenzaun repariert und mit einem neuen blickdichten Sichtschutz ergänzt.
Erstellung und Beschluss im Zuge der Jahreshauptversammlung, einer neuen
Gartenordnung für die Schrebergartengemeinschaft Ebelsberg auf Basis der
neuen Kleingartenverordnung der Stadt Linz, den Vorgaben der
Gartenordnung des Landesverbandes für Kleingärtner OÖ und den Auflagen
der Generalpachtverträge der Stadt Linz.

Neben den üblichen Veranstaltungen, wie z.B. Jahreshauptversammlungen, Sommerfesten, etc., wurden aber bereits früher – sozusagen aus der zweiten Reihe – neue Wege zur Förderung des Gemeinschaftsgeistes versucht und erfolgreich beschritten: verschiedene jahreszeitlich bedingte Veranstaltungen, aber auch Ausflüge mit kulturellen ( oder anderen) Zielen wechseln sich ab und erfreuen sich zunehmender Akzeptanz, ebenso wie der seit 1999 etwa parallel zum Gartenjahr jeden Sonn- und Feiertag von 10.00 bis 13.00 geführte „Gartlerstammtisch“. Allen Gartenmitgliedern soll hier bei einem Glas Bier vom Fass (oder was sonst gefäl­lig und vorrätig ist) Gelegenheit zum Gedankenaustausch mit Freunden, aber auch zu Anfragen an die Vereinsleitung gegeben werden. Neben dem Heil der Geselligkeit zieht der Verein daraus natürlich auch den Nutzen der finanziellen Stützung bzw. Erhaltung des Vereinsheimes, das sich ja selbst erhalten soll.

Wir alle brauchen Grün.
Je wilder, je bunter, je vielfältiger –
desto schöner.

Ilse Aigner